Schifffahrt

Museumsschiffe

Radschleppdampfer “Oscar Huber”

Museumsschiff Radschleppdampfer Oskar Huber

1922 wurde das Räderboot RK XIV „Oscar Huber“ gebaut. Kohlebefeuert mit Seitenrädern konnte es bis zu 8 Schleppkähne ziehen. Das Schiff hat mehrfach den Namen gewechselt. Bis 1927 hieß das Boot „Wilhelm von Oswald“, nach 1927 „Fritz Thyssen“ und ab 1940 „Oscar Huber“. Im 2. Weltkrieg ging die „Oscar Huber“ auf Grund, wurde 1946 wieder gehoben und 1947 erneut in Dienst gestellt.

In den folgenden Jahren ging die Zahl der Radschleppdampfer allmählich zurück. Sie waren im Betrieb zu aufwändig. Nach einer Werftüberholung ging das Boot 1973 an der Schifferbörse als ein schwimmendes Schifffahrtsmuseum vor Anker und wurde 1974 eröffnet.

Technische Daten:

  • Baujahr: 1922
  • Werft Berninghaus, Duisburg-Ruhrort
  • Länge: 75,00 m
  • Breite (über Radkasten): 20,70 m
  • Tiefgang, beladen: 1, 55 m
  • Feuerung: bis 1954 Kohle, ab 1954 schweres Heizöl
  • Kohleverbrauch für eine Fahrt von Ruhrort nach Rotterdam und zurück: 70 Tonnen in 6 Tagen
  • Heizölverbrauch für eine Fahrt von Ruhrort nach Karlsruhe und zurück: 60 bis 70 Tonnen
  • Leistung: 1550 PS, Zugleistung: 5000 bis 6000 Tonnen
  • An Bord arbeiteten:
    1 Kapitän, 2 Maschinisten, 1 Steuermann, 4 Matrosen.
    Als noch mit Kohle gefeuert wurde, kamen weitere 4 Heizer hinzu.

Eimerkettendampfbagger “Minden”

Der 1892 in Mainz gebaute Eimerkettendampfbagger „Minden“ bearbeitete die Fahrrinne der Weser zwischen Stolzenau und Hameln bis 1979. Hakten die Eimer fest, blieb die Maschine stehen und mit einem Kraftstoß wurde der sperrige Brocken herausgebrochen. Das ausgebaggerte Material wurde über ein Förderband in einen Kahn transportiert. Der Dampfbagger hat keine eigene Antriebsmaschine und wurde über größere Strecken geschleppt. Am Einsatzort bewegte er sich mit Winden an ausgelegten Ketten hin und her.

Kranschiff “Fendel 147”

Museumsschiff "Fendel" am Leinpfad in Ruhrort

Die „Fendel 147“ wurde 1922 gebaut von der Schiffs- und Maschinenbau AG in Mannheim. Der antriebslose Schleppkahn ist ein komplett genietetes Stahlschiff. Unter dem Namen „Rheinfahrt 3“ fuhr es für die Mannheimer Reederei Fendel. Es kam nach einem Umbau als Kranschiff zum Einsatz, als kohlebefeuerter Dampfkran, der auf Schienen über Deck fahren konnte. Das Schiff diente als Bunkerboot für Bootekohle. Diese Kohle wurde von Dampfschiffen verfeuert. In 9 Laderäumen konnten 750t Kohle gebunkert werden. Mit dem Kran wurde die Kohle in die Dampfschiff-Kohlenbunker verladen. Das Kranschiff war seit Mitte der 50er Jahre in Duisburg beheimatet. Nach Ende der Dampfschifffahrt in den 60er Jahren war das Schiff ein Lager- und Versorgungsschiff der Reederei Stinnes in Duisburg. Die Außerdiensstellung erfolgte 1988. Das Schiff wurde für das Museum in den Zustand der 1920er Jahre zurückgebaut.


Die Polizei, dein Freund und Helfer!

Wasserschutz Boot im Vinckekanal in Ruhrort
WSP
Das gilt auch für die schiffbaren Wasserstraßen  in Nordrhein – Westfalen. Zuständig für die Sicherheit und Ordnung auf dem Wasser ist das Präsidium der Wasserschutzpolizei NRW mit Sitz in Duisburg-Homberg.
WSP Boote im Vinckekanal in Ruhrort

Mit einer modernen Flotte von Streifenbooten sorgt die WSP auf den Wasserstraßen, Kanälen und in den Häfen für einen reibungslosen Ablauf des Schiffsverkehrs im Bereich der gewerblichen wie auch in der Sportschifffahrt.

Besonders auf dem Rhein, dem meistbefahrenen Strom Deutschlands, ist die Wasserschutz rund um die Uhr im Einsatz. Das gilt genauso im Duisburger Hafen, dem größten Binnenhafen Europas.


Schubschifffahrt mit “Lehnkering 16”

Schubboot Lehnkering 16
„Lehnkering 16“
Gemeinsam haben Peter Schadel und Harald Faltins das Schubschiff 1993 von der Spedition Lehnkering erworben, sich selbstständig gemacht und fahren seitdem für ihre ehemalige Firma. Nahezu Non-Stop fährt der Schuber zwischen Leverkusen und Rotterdam / Amsterdam / Antwerpen. 14 Tage lang, rund um die Uhr und bei Nacht und Nebel. Dann ist Crew-Wechsel. Und wieder geht es auf dem dicht befahrensten Binnengewässer der Welt, dem Rhein, dorthin, wo ihre Transportdienste benötigt werden.
Hightech im Führerhaus. Wer hier arbeitet, benötigt neben dem Rhein- auch das Radar-Patent sowie eine Funkausbildung. Der Arbeitsplatz ist hochmodern. Zwei Radar-, vier Funkgeräte, Wind- und Drehzahlmesser, Echolot, Maschinenüberwachung, Handy, Telefon und Fax alles unerlässliche Voraussetzungen, um diesen Schubverband zu fahren.

Das Neueste ist aber das integrierte Navigationssystem, ein Forschungsprojekt der Uni Stuttgart. „Würden keine anderen Schiffe unseren Weg kreuzen, kämen wir automatisch an unser Ziel“ erklärt Harald Faltins, einst mit 21 Jahren der jüngste Kapitän auf dem Rhein. Der Blick über die Brücke ist beeindruckend. Vier beladene Leichter sind vor das Schubschiff gekoppelt. Mit 4000 PS werden bis zu 10 000 Tonnen Ladung nach Duisburg oder Leverkusen transportiert. Anschließend werden wieder leere Leichter übernommen und zu den Bestimmungshäfen transportiert. Nach jeweils sechs Stunden ist  Schichtwechsel. Die Ablösung mit einem anderen Steuermann übernimmt das Kommando. Nach zwei Wochen Arbeit warten endlich 14 Tage Freizeit mit Familie und Freunden daheim.
Das Schubboot wurde Ende 2012 nach Paraguay verkauft und fährt jetzt auf dem Rio de la Plata unter dem Namen “NORA E”.


Binnenschiffer-Seelsorge

Kirchenboot Johann-Hinrich-Wichern in Ruhrort
Kirchenboot

Die evangelische Binnenschifferseelsorge arbeitet mit einem Kirchenboot auf dem Rhein. Mit der “Johann Hinrich Wichern” fahren die Mitarbeitenden des ev. Binnenschifferdienstes an mehreren Tagen in der Woche durch den Hafen. Mit seinem kleinen Gottesdienstraum bietet das Boot u.a. auch die Möglichkeit zu Schiffertrauungen und -taufen. Das Boot wurde am 13.4.1980 in Dienst gestellt.

Bordbesuche stehen regelmäßig auf dem Programm. Bei den Gesprächen an Bord stehen neben Religiösem auch das Menschliche und die berufl. Situation der Schiffer im Vordergrund. Krankenbesuche, Religionsunterricht in der Schifferberufsschule, Trauerbegleitung, Hochzeiten und einiges mehr umfassen den Tätigkeitsbereich der Seelsorger.


Schulschiff “Rhein“

Schulschiff Rhein
Im alten Eisenbahnhafen in Duisburg-Homberg liegt das „Schulschiff Rhein“, die Ausbildungsstätte für die zukünftigen Matrosen / Steuermänner / Kapitäne.
Auf den ehemaligen Schraubenschleppern „Rhein I“ und „Rhein II“ sind die Schiffsjungen internatsmäßig untergebracht. Hier besuchen sie für die Dauer von 12 bis 14 Wochen je Ausbildungsjahr die Schifferberufsschule.
Das „Schulschiff Rhein“ ist nach den neuesten gesetzlichen Richtlinien und Vorschriften gebaut worden. Alle Bereiche auf dem Schubschiff zeichnen sich durch eine besonders wohnliche Atmosphäre aus. Das gilt auch für die Wohnbereiche der Schiffsjungen.
Die Ausbildung zum Matrosen dauert 3 Jahre. Neben der  theoretischen Ausbildungszeit erhalten die Schiffsjungen auf einem Binnenschiff Ihre praktische Ausbildung.
Als Matrose mit vierjähriger Streckenerfahrung und entsprechender Fortbildung kann ihm dann das Schiffsführerpatent erteilt werden. Die Prüfung hierzu erfolgt ebenfalls auf dem Schulschiff.
Es ist auch Weiterbildungsstätte für Erwachsene.


Duisburger Feuerwehr – Hafenwache Ruhrort

Vinckeweg

Feuerlöschboot Hafen Wache Ruhrort

Der größte Binnenhafen Europas verfügt natürlich auch über ein modernes Feuerlöschboot, das seinen Liegeplatz am Vinckekanal hat.

Das Feuerlöschboot wurde 1973 von Experten als „Multitalent“ entwickelt.. Es taugt für Brand-, Rettungs- und Umweltschutzeinsätze.
Das Führerhaus lässt sich auf 8,50 Meter hochhieven und gasdicht abschließen. Das 700 PS starke Löschboot führt noch ein schnelles und wendiges Beiboot mit, welches über eine Rutsche im Heck des Bootes zu Wasser gelassen werden kann.

Nur 4 Mann bedienen die technischen Einrichtungen des Bootes während eines Einsatzes, wobei alle Funktionen vom Führerhaus gesteuert werden. Aus insgesamt drei Wasserwerfern können 15 000 Liter in die Flammen geschossen werden. Mit der Schaumanlage lassen sich auch „Schaumteppiche“ um Tankschiffe legen.

Vor 1973 übernahm ein umgebauter Hafenschlepper mit Wasserspritze die Aufgaben der Brandbekämpfung.

Das Feuerlöschboot rückt im Einsatzfall zur überörtlichen Hilfe auch weit über das Stadtgebiet hinaus aus.


Laborschiff “Max Prüss“

Laborschiff Max Pruess

Das Landesumweltamt NRW überwacht die Wassergüte des Rheins, seiner wichtigsten Nebenflüsse, und untersucht die westdeutschen Schifffahrtskanäle.

Seit 1964 wird dazu ein Laborschiff auf den schiffbaren Gewässern von NRW eingesetzt. Die 1999 als Nachfolgeschiff in Dienst gestellte MAX PRÜSS ist im Durchschnitt an 220 Tagen jährlich im Einsatz.

An Laborfläche stehen auf dem Schiff 27qm zur Verfügung, der Multifunktionsraum ist 19qm groß, die vier Kabinen haben jeweils eine Größe von 6qm und die Küche ist 9qm groß.

Darüber hinaus verfügt das Schiff über eine Messe sowie 2 separate Bäder mit Dusche und WC für die Besatzung und das Probenahmepersonal. Der Bug der MAX PRÜSS ist als überragendes Deck ausgestaltet, um ausreichend Arbeitsfläche zu bieten.

Im Labor ist das Schiff mit Probenahmegeräten für Wasser, Schwebstoff und Sediment ausgestattet. Eine moderne Messstrecke mit Sensoren zur kontinuierlichen Bestimmung verschiedener Messgrössen befindet sich ebenso an Bord wie ein Photometer zur Bestimmung von Nährstoffen und ein Gaschromatograph zur Bestimmung leichtflüchtiger Kohlenwasserstoffe. Ferner können über ein Mikroskop mit Videokamera biologische Untersuchungen durchgeführt werden.